INDIZIERTE PRÄVENTION durch HaLT reaktiv

Wertschätzend und empathisch wird reflektiert, wie es zur Intoxikation kommen konnte und welche weitere Hilfestellung der/die Jugendliche bzw. die Eltern benötigen.

  • HaLT-reaktiv ist ein kostenloses Angebot für alle Familien, bei denen das Kind eine Alkoholvergiftung erlebt hat.
  • Die HaLT-Fachkraft nimmt sich Zeit für den/die Jugendliche/n und hört zu. Gemeinsam wird überlegt, wie so ein Erlebnis in Zukunft vermieden werden kann.
  • Zusammen mit den Eltern werden Regeln und Richtlinien für den Umgang mit dem Thema Alkohol in der Familie erarbeitet.
  • Eine Vertrauensbasis ist wichtig: HaLT-Fachkräfte unterliegen der Schweigepflicht, und auf Wunsch kann das Gespräch mit dem/der Jugendlichen ohne die Eltern erfolgen.

Kommunale Alkoholprävention durch HaLT Proaktiv

Der proaktive Baustein des Berliner HaLT-Projekt, die kommunale Suchtprävention, wird von der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin umgesetzt. 

Das bedeutet:

  • Die Öffentlichkeit für das Thema des riskanten Alkoholkonsums im Jugendalter sensibilisieren.
  • Über die Gefahren von Alkoholkonsum aufklären.
  • Jugendliche und Familien beraten, die Hilfe suchen.
  • Lehrer/innen, Vereinstrainer/innen, Festveranstalter/innen, Gastronomiepersonal etc. schulen, damit der Jugendschutz konsequent eingehalten wird.

HaLT Berlin ist Partner des bundesweit erfolgreichen kommunalen Alkoholpräventionsprogramms, das derzeit an 160 Standorten in ganz Deutschland umgesetzt wird.

Das HaLT-Programm wurde 2008 im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) evaluiert. Ihm wurde eine hohe Effizienz und Reichweite bescheinigt. Betroffene Jugendliche können frühzeitig und niederschwellig erreicht werden. Die Prognos AG aus Basel hat das HaLT-Pilotprojekt  2003 im Auftrag des BMG wissenschaftlich begleitet. In ihrem Abschlussbericht empfiehlt sie „nachdrücklich eine bundesweite Verbreitung von HaLT“ und identifiziert als einen wesentlichen Erfolgsfaktor die kombinierte Umsetzung beider Programmteile: HaLT-reaktiv und HaLT-proaktiv.

Gemeinsam mit einem Netzwerk aus Fachkräften, Länderkoordinatoren/innen, Trainern/innen und Wissenschaftler/innen wird das Programm stetig weiterentwickelt. Für bundesweite Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des HaLT-Programmes ist das HaLT Service Center verantwortlich.

Als Bundeskoordination bildet das Service Center die zentrale Schnittstelle zwischen den Netzwerken und organisiert regelmäßige Netzwerktreffen. Dadurch wird ein permanenter Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft, die Umsetzung von Forschungsvorhaben und die Integration neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis gefördert.